Der Newsblog zu den Beiratswahlen 2018

Autor: Michael Gschrei | Datum: 29. Juni 2018

Endlich auch blühende Landschaften für den Mittelstand und die Einzelpraxen!

Es ist an der Zeit, dass wir wieder eine Politik zugunsten des WP-Mittelstandes und der Einzelpraxen in der WPK bekommen. Denn in den vergangenen Jahren hat sich die Kammer vor allem um die Interessen der Big4 gekümmert.

Unter Präsident Prof. Pfitzer – und unter der Beteiligung von Herrn Ziegler als Vorstandsmitglied der Kammer – wurden der Mittelstand und vor allem die Einzelpraxen geradezu aus der Abschlussprüfung herausgedrängt. Über 1100 WP-Praxen haben seit 2010 der Abschlussprüfung den Rücken gekehrt aufgrund einer einseitigen Politik der Kammer zugunsten der Big4.  

Im Zusammenhang mit der Regulierung der Big4-Wirtschaftsprüfung im PIE-Segment wollte Binnenmarktkommissar Michel Barnier die Abschlussprüfung im Nicht-PIE-Segment deregulieren. Geplant waren 2011 starke Eingriffe ins Geschäftsmodell der Big4, um deren Marktmacht zu begrenzen und die Abschlussprüferzahlen zu erhöhen. Es sollte ein höheres Prüferangebot geschaffen werden. 

Es kam allerdings anders: Die EU-Reform 2014 und die Restreform 2016 in Berlin schufen blühende Landschaften für die Big4, während der Mittelstand und vor allem die Einzelpraxen die volle Breitseite der Regulierung ohne Augenmaß abbekamen. 

 

Von Vertretern der Kammer wird diese Vertreibungspolitik immer schöngeredet. Es heißt, die Zahl der WPs hätte nicht abgenommen, die in einer als Abschlussprüfer registrierten Organisation tätig sind. Damit bestätigt die Kammer: die Konzentration im Markt hat sich massiv verstärkt zugunsten der großen. Die kleinen, unabhängigen Prüferpraxen (es müssen keine kleinen WP/StB-Praxen sein) verschwinden, weil die Regulierung für sie unerträglich geworden ist. Der Mittelstand und die Einzelpraxen ziehen sich immer weiter aus der Abschlussprüfung zurück! Die Big4 boomen. 

Dass blühende Landschaften für die Big4 – dank der einseitig ausgerichteten Kammerpolitik – entstanden sind, unterstreichen die Umsatzzahlen. Die Erlöse der Big4 sind in den Jahren 2013-2017 kontinuierlich gestiegen. Im Mittelstand dagegen sanken die Erlöse um 25 Prozent im selben Zeitraum.   


 Appell an die Wählerinnen und Wähler

Wir fragen uns, warum macht die WPK Politik für die Big4 und gegen die Kleinen, warum setzt sie sich nicht auch für die freiberufliche mittelständische Wirtschaftsprüfung und die Einzelpraxen ein?

Deswegen unser Appell an die Wählerinnen und Wähler. Wenn Sie den Anspruch der Ziegler-Liste nach „Gemeinsam für Alle“ auch in der politischen Kammerrealität wiederfinden wollen, dann wählen Sie die Kandidaten und Kandidatinnen der WP-Gschrei und vBP-Eschbach-Listen. Geben Sie Ihre 45 WP- oder 12 vBP-Stimmen der WP-Gschrei oder  der vBP-Eschbach-Liste.