Der Newsblog zu den Beiratswahlen 2018

Autor: Michael Gschrei | Datum: 10. September 2018

Bericht über die konstituierende Sitzung vom 06.09.18

Positiver Start in die neue Legislatur!

Für unsere wp.net-Kandidatinnen und –Kandidaten ging erst am Donnerstag, 06.09.2018, die WPK-Beiratswahl 2018 mit der konstituierenden Beiratssitzung zu Ende. Denn der Ausgang der Vorstandswahlen entschied darüber, ob überhaupt und wenn ja, wie viele Kollegen/Innen aus den beiden wp.net-Listen in den Beirat nachrücken können. Nicht nur die Fußballspiele kennen also eine Verlängerung.

Das lachende und weinende Auge nach dem Wahlergebnis 2018 der wp.net-Listen
Wegen des sehr guten Abschneidens der wp.net-Listen, der Gschrei-Liste mit 45,4% und der Eschbach-Liste mit 39,9%, erwarteten wohl viele Wählerinnen und Wähler Koalitionen unterschiedlicher Art. Das Problem aber war: Es gab für uns keine freien Koalitionspartner. Dieses Ergebnis zeigten unsere Vorgespräche mit den Listen. Unser Super-Ergebnis wurde durch das „IDW-Blocklistensystem“ neutralisiert. Rechnerisch und schlimmstenfalls hätte es für uns auch wieder bedeuten können: Ab auf die Oppositionsbank. Denn uns fehlten zwei Sitze bei den WP-Beiräten und ein Sitz bei den vBP-Beiräten.

Erste Gespräche zeigen Verhandlungsgrenzen auf
Es haben bald nach der Auszählung viele Gespräche mit den Listen stattgefunden. Die entscheidenden Treffen von Mitte bis Ende August fanden unter der Moderation von Dr. Marian Ellerich von der Ziegler-Liste statt.

Meinen Dank in der Beiratssitzung wiederhole ich gerne nochmal: Ich bedanke mich – beim alten und neuen - Beiratsvorsitzer, Herrn Dr. Marian Ellerich für seine professionelle und ausgleichende Art der Verhandlungsführung. Die Verhandlungen waren nicht einfach, denn auch diese Gespräche gingen in die Verlängerung, weil es am 17.8. in Berlin in Personalfragen noch keine Einigung gab.

Dr. Ellerich, alter und neuer Beiratsvorsitzer, moderiert mit Bravour
Dr. Ellerich hat den Spagat zwischen Kandidat der Ziegler-Liste und "Moderator" der Ziegler/Big4- und Gschrei/Eschbach-Listen geschafft. Schon am Ende des Berliner Treffens haben deswegen die beiden wp.net-Listen entschieden, eine Kandidatur von Herrn Dr. Marian Ellerich für das Amt des Beiratsvorsitzers zu unterstützen. Vom Wahlergebnis her war wohl eher ein Beiratsmitglied der Gschrei-Liste prädestiniert.

Einige Zeit stand auch die Frage im Raum, ob ich angesichts unseres guten Gesamtergebnisses und meines persönlichen Abschneidens (10.336 Stimmen) die Kandidatur für das Präsidentenamt annehmen soll. Doch hier zeigte am Ende die Geschlossenheit der anderen WP/vBP-Listen, dass meine Kandidatur an fehlenden drei Stimmen (vBP / WP) scheitern würde. Eine Kampfabstimmung um das Präsidentenamt wurde von uns und von mir nicht mehr angestrebt. Somit wurde es möglich, dass alle WP-Listen – bis auf die WP-Beul-Liste – gemeinsam und gestärkt in die konstituierende Sitzung gingen.

wp.net-Beiräte sind mit dem Ergebnis nicht unzufrieden
Durch ihre Einigkeit und ihren Zusammenhalt haben es die wp.net-Beiräte geschafft, fünf Vorstände, davon mit Frau Regina Vieler wieder eine Vizepräsidentin und mit Herrn Apperger von den vBPs einen stellvertretenden Beiratsvorsitzer zu stellen.

Möglich wurde unser relativ gutes Vorstandsergebnis auch, weil die wp.net-Beiräte das am Vorabend beschlossene Verhalten auch in der Beiratssitzung lebten. Es waren in der Beiratssitzung alle 21 WP- und 5 vBP-Beiräte und die späteren 5 Nachrücker anwesend. Die Abstimmungsergebnisse sind ein gutes Zeichen und eine gute Grundlage für die nächsten vier Jahre.

Dr. Beuls Anspruch auf ein Vorstandsamt wird von den Beiräten klar abgelehnt!
Zur Vorstandswahl gab es im Vorfeld großes Rätselraten darüber, warum Dr. Carsten Beul (seine Liste hatte mit insgesamt 3603 Stimmen nur einen WP-Beiratssitz erhalten) in Gesprächen nicht nur seine Kandidatur für einen Vorstandssitz in der WPK andeutete. Auch seine Kandidatur für das Präsidentenamt stellte er in Aussicht. Sein Ergebnis bei der Vorstandswahl war dann doch mehr als eindeutig: Nur drei weitere Beiräte wollten Dr. Beul im Vorstand der WPK sehen. Damit konnte sich Dr. Beul uns auch seine Kandidatur fürs Präsidentenamt ersparen und der Beirat konnte offen und einstimmig Herrn Ziegler zum Präsidenten bis 2022 wählen.

Oppositionsrolle von wp.net beendet!
Es freute uns sehr, dass die Gschrei-Listen-Kandidatin Regina Vieler und die Kandidaten Michael Gschrei, Jens Hagemann und Dr. Richard Wittsiepe mehr Stimmen bekamen als nur die 21 wp.net-Stimmen. Dies bedeutet, dass auch andere Listen unsere Kandidaten unterstützten.

Bei den vBPs gab es eine offene Abstimmung mit den beiden Kandidaten Rainer Eschbach (wp.net) und Dr. Grochut (DBV) von der Amon-Liste.

In der Beiratssitzung im Dezember 2018 sollen dann noch zwei Mitglieder von wp.net vom Vorstand für die Wahl in die Kommission für Qualitätskontrolle dem Beirat zur Wahl vorgeschlagen werden.

Schlusswort des Kollegen Jürgen Hartmann bringt den Wunsch nach Gemeinsamkeit zum Ausdruck
Das wp.net-Beiratsmitglied Jürgen Hartmann aus Freiburg, seit 2011 für wp.net im WPK-Beirat, kommentierte die Sitzung mit dem Urteil: „Ich habe noch nie eine solche konstruktive Beiratssitzung erlebt“. Diesem Urteil schlossen sich alle übrigen Beiräte von wp.net an, die bereits seit 2011 im Beirat mit dabei sind. In der dritten Legislaturperiode nach dem Ende der Vollmachtswahlen 2010 sind seit 2011 ununterbrochen im WPK-Beirat für wp.net dabei: Michael Gschrei, Roland Haeck, Reinhard Haeckl, Jürgen Hartmann, Frau Prof. Karin Kaiser, Tobias Lahl, Prof. Jürgen von Stuhr und Dr. Peter Zimmermann.

Beiratssitzung zeigt neue Möglichkeiten der Gemeinsamkeiten auf
Wir hoffen darauf, dass die in der konstituierenden Beiratssitzung gelebte Gemeinsamkeit die nächsten vier Jahre andauern wird. Damit sollte es möglich werden, dass wir unsere Ziele auch gegenüber der großen Politik durchsetzen können. 

  • Wir wollen eine Evaluierung des Qualitätskontroll-Verfahrens bis hin zur Prüfung der Frage, ob nicht auch der Gesetzgeber über die Prüferrichtlinie hinausgegangen ist (dies ist bereits unsere Überzeugung und wird durch das Kluth-Gutachten belegt). Soweit dies für die Berufssatzung und Satzung für Qualitätskontrolle zutrifft, kann die WPK sehr schnell handeln.
  • Wir wollen, dass sich die WPK bei der Feststellung der Prüfungsstandards, gerade am Vorabend der ISA-Einführung, stärker positioniert.
  • Das bislang von allen Mitgliedern der WPK finanzierte QK-Verfahren (QKV) in der WPK (rund 2,5 Mio EUR) wollen wir überführen in eine Gebührenordnung für die Teilnehmer am QKV und die Nichtabschlussprüfer damit entlasten.
  • Auch die Zusammenführung der beiden Prüferberufe steht wieder auf der Agenda.
  • Weitere Themen sind die Unterstützung der WPK-Mitglieder, auch für die Nicht-Abschlussprüfer, u. andere Themen, wie Geschlossener Auftritt des Berufsstands bei der Verfolgung der Ziele der Gremien auch im Alltag.

Ich bedanke mich nochmals herzlich bei den Wählerinnen und Wählern für das gute Wahlergebnis. Ich wünsche Ihnen und uns Allen eine erfolgreiche Zukunft in und mit der „neuen“ Wirtschaftsprüferkammer.

Ihr 

Michael Gschrei